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Ein Dorf voller Möglichkeiten

Hier treffen sich Wandervögel und Bikerinnen: Das Bergdorf Andermatt im Urserental verbindet durch seine Lage mehrere Regionen der Schweiz. Die Bauten im Dorf überraschen, die umliegende Natur imponiert.

Simone Klemenz

Wer vor dem Jahre 1820 durch das Urserental und seine imposante Berglandschaft streifte, dürfte auch mal einem Braunbären begegnet sein. Der Name des Tals, der so viel wie Bärental bedeutet, und das Wappen der Gemeinde Andermatt erinnern bis heute an das Tier.

Als wir am ersten Tag durch das Dorf bummeln, kreuzen wir einen Bären – natürlich handelt es sich dabei aber nur um eine Statue. Realer ist hingegen der Duft der Rösti, der kurz später in unsere Nasen aufsteigt.

Im Gasthaus zum Sternen, das sich im Dorfzentrum befindet, ist die Sonneneinstrahlung über Mittag ideal. Bei einem Flammenkuchen oder einer Röstipfanne kann man entspannt das Dorftreiben beobachten. Eine Gruppe von Motorradfahrern ist gerade dabei, die Helme in die richtige Position zu rücken und die Lautstärke ihrer Maschinen zu testen. Dass sich im Zentrum von Andermatt so viele Motorrad- und Velofahrende zum Zwischenstopp treffen, ist kein Zufall. Die Gemeinde nahe dem Gotthard war schon immer ein Ort, wo Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken zusammenkamen.

«Bei einem Flammenkuchen oder einer Röstipfanne kann man entspannt das Dorftreiben beobachten.»

Grund dafür ist deren Lage: Andermatt verbindet mehrere Regionen der Schweiz. Verschiedene Alpenpässe führen ins Tessin, ins Wallis sowie in den Kanton Graubünden. Laut Angaben des Tourismusdirektors der Region, Thomas Christen, beherbergen die Hotels in Andermatt rund 200 000 Gäste jährlich. 65 Prozent davon sind Schweizer – 2020 stieg dieser Anteil aufgrund von Corona auf 75 Prozent – rund 30 Prozent Europäer, wovon die Deutschen den grössten Anteil ausmachen.

Architektonische Vielfalt

Das auf über 1400 Metern über Meer gelegene Dorf ist aber nicht nur ein praktischer Ausgangspunkt, es ist durchaus auch interessant, einen Moment im Dorfkern zu verweilen. Ins Auge sticht auf unserem Verdauungsspaziergang ein kunstvoll gestaltetes Haus – das Talmuseum, das für den Tourismusdirektor zu den Highlights der Destination gehört: «Das Talmuseum Ursern ist klein, aber fein und zudem ein äusserst hübsches Patrizierhaus mit tollen Infos über Andermatt und dessen Bewohner und Bewohnerinnen», sagt Christen.

«Mich fasziniert die Mischung von alt und neu.»

Leider ist das Museum bei unserem Besuch Ende Mai noch geschlossen, doch über die Sommermonate (16. Juni bis 16. Oktober 2021) lockt es mit einer Sonderausstellung über James Bond in Urseren – auf den Spuren von Goldfinger.

Wer sich einen Überblick über das Dorf verschaffen will, kann einen Abstecher zur Mariahilf-Kapelle wagen, die über Andermatt thront und in wenigen Gehminuten zu erreichen ist. Die Kapelle wurde in den Jahren 1735 und 1736 zum Schutz vor Lawinen gebaut. Lässt man seinen Blick über Andermatt schweifen, so fällt neben den schroffen Felswänden und den weissen Gipfeln in erster Linie der Kontrast zwischen dem neuen und dem alten Dorfteil auf.

Übernachtungstipp: Das Radisson Blu Hotel Reussen

Das 4-Sterne-Hotel liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Andermatt und bietet eine ­interessante Kombination von Schweizer Charme und skandinavischem Design. Das Hotel ­verfügt über 244 moderne Zimmer, Suiten und Residenzen mit Ausblick auf die Berge oder auf das Alpendorf. Die Köche des Restaurants «Spun» setzen auf marktfrische Zutaten aus Uri, dem Tessin, Graubünden und dem Wallis.

Zum Hotel gehören ein 25-Meter-Pool, zwei Saunen, ein Dampfbad sowie mehrere Behandlungsräume. Zudem verfügt der Bau über ein Konferenzzentrum, das sechs Ver­anstaltungsräume sowie einen topmodernen Konzertsaal bietet.

Während sich im Dorfkern traditionelle Bauten mit der riesigen Anlage des Luxushotels Chedi mischen, recken sich auf der anderen Bahnhofsseite verschiedene Neubauten in Richtung Himmel. Es ist ebendiese Kombination architektonischer Bauten, die es dem Tourismusdirektor Christen angetan hat: «Mich fasziniert die Mischung von alt und neu – das wunderbare Dorf Andermatt, mit den tollen Häusern sowie der Pflasterstrasse kombiniert mit dem Neubau Reussen mit den modernen aber stilgerechten Häusern.»

Wasser überall

Einer dieser neueren Bauten ist das Hotel Radisson Blu, wo wir übernachten (siehe Box) und dessen Mitarbeitende am Folgetag zur Höchstform auflaufen. Denn: Wandern bei strahlendem Sonnenschein ohne Sonnenbrille ist nahezu unmöglich. Natürlich entscheidet sich meine Sonnenbrille just bei Tagesanbruch dazu, dass das eine Brillenglas nicht mehr halten will.

«Die Gemeinde nahe dem Gotthard war schon immer ein Ort, wo Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken zusammenkamen.»

Während der hotelinterne Techniker für die Reparatur meiner Brille ins zweite Untergeschoss verschwindet, tickt die Uhr: Wir wollen mit dem nächsten Zug nach Göschenen und dann weiter zum Arnisee. Da sich die Reparatur innert so kurzer Zeit als zu komplex erweist, bietet mir kurzerhand eine Rezeptionistin ihre Sonnenbrille für den Tag an und ihr Kollege chauffiert uns in letzter Minute zum Bahnhof Andermatt – der Wandertag ist gerettet.

Am See gibt es einige Grillstellen und Rastplätze, die einladen, das tolle Bergpanorama zu geniessen.
Am See gibt es einige Grillstellen und Rastplätze, die einladen, das tolle Bergpanorama zu geniessen. (Simone Klemenz)

Um Gewässer kommen Reisende in der Region Andermatt nicht herum – hier entspringen der Rhein, die Reuss, der Ticino und die Rhone. Der Arnisee auf 1368 Metern über Meer ist eigentlich ein Stausee, der 1910 künstlich geschaffen wurde und einen wichtigen Beitrag zur Urner Stromversorgung leistet. Der Blick auf den See und die dahinter liegende Bergkette ist einmalig, besonders der weisse Gipfel des massiven Bristen (3072 m ü. M.) prägt das Bild.

Beim Begriff Stausee kommen zumindest bei den Urnern Erinnerungen auf. Denn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhitzte der geplante Bau einer Staumauer im Urserental die Gemüter. «Die Dörfer Andermatt und Hospental wären versenkt worden. Rund 2000 Menschen hätten umgesiedelt werden müssen», erklärt Tourismusdirektor Christen. «Dafür wäre rund ein Drittel des gesamten Elektrizitätsbedarfes der Schweiz gedeckt gewesen.» 1946 kam es zum Krawall von Andermatt – 1951 wurde das Projekt endgültig begraben.

Der Arnisee auf 1368 Metern über Meer ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung über grüne Matten bis ins Dorf Gurtnellen.
Der Arnisee auf 1368 Metern über Meer ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung über grüne Matten bis ins Dorf Gurtnellen. (Simone Klemenz)

Da Ende Mai in den höheren Lagen noch viel Schnee liegt, entscheiden wir uns für eine gemütliche Wanderung vom Arnisee aus nach Gurtnellen-Dorf. Der Weg führt über herrlich saftige Wiesen, vorbei an einer Handvoll traditionellen Häusern. Über die Sommermonate wird sich die Schneegrenze weiter nach oben verschieben, zahlreiche Wanderwege werden so freigelegt. Dann dürfte auch der Gemsstock für Wandervögel wieder einfacher zugänglich sein: «Ich persönliche liebe die Aussicht vom Gemsstock – auf rund 3000 Meter über Meer hat man einen 360-Grad-Rundblick», sagt Thomas Christen dazu. «Da habe ich mich auch entschieden diesen Job als Tourismusdirektor anzunehmen.»

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