Andy Fischer weiss, wie die Zukunft der Medizin aussieht.
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Medizinische Beratung per Smartphone

Seit Corona hat Telemedizin eine ganz neue Bedeutung erhalten. Diese Form von Interaktion zwischen Arzt und Patient ist seit über zwanzig Jahren die Domäne der Medgate.

Stephanie Weiss

Normalerweise müsste der Lärmpegel im Grossraumbüro der Medgate hoch sein, doch die Büroräumlichkeiten an der Dufourstrasse in Basel wirken verwaist. «Schon vor COVID-19 hat ein Grossteil der Mitarbeitenden im Homeoffice gearbeitet. Nun hat die Pandemie dazu geführt, dass heute fast alle Ärzte remote arbeiten», sagt Andy Fischer, Arzt und CEO der Medgate.

Die Firma wurde vor 21 Jahren gegründet und betreibt das grösste ärztliche telemedizinische Zentrum Europas. In der Schweiz beschäftigt das Unternehmen über 300 Mitarbeitende. Darunter sind mehr als 100 Ärztinnen und Ärzte, die rund um die Uhr per App, Telefon, Video und Chat beraten und behandeln. Aus Datenschutzgründen brauche es proprietäre Systeme und eigene Technologien sowie VPN für die sichere Datenübertragung. «Dass die Arztgespräche in einem familiären Umfeld stattfinden, ist eine grosse Herausforderung. Da achten wir besonders auf den Datenschutz sowie darauf, dass die Privatsphäre des Patienten wirklich gewährleistet ist.»

Durch die dezentrale Organisationsstruktur handle es sich um ein virtualisiertes Unternehmen - auch das sei anspruchsvoll. «Für uns ist das aber nicht neu, denn es ist die Natur unseres Business.» Nicht nur ist dank ausgeklügelter Technologie die Arbeit von zu Hause möglich, auch verbessern digitale Tools den sozialen Austausch und ermöglichen eine elektronische Qualitätskontrolle.

Eine der Zielgruppen der telemedizinischen Angebote ist die breite Öffentlichkeit. «Die gesamte Schweizer Bevölkerung kann die Medgate-App downloaden und Dienstleistungen beziehen. Zudem betreiben wir für verschiedene Kantone die medizinischen Notruflinien und für einige Kinderspitäler und Spitäler die Medgate-Kids-Line, wo Eltern jederzeit anrufen können.» Eine weitere Kundengruppe sind Versicherer, welche die telemedizinischen Leistungen in ihr Versicherungsmodell einbauen.

Kein echtes Thermomenter, aber drei echte Gründungsmitglieder der Medgate.
Kein echtes Thermomenter, aber drei echte Gründungsmitglieder der Medgate.

Hilfe zu mehr Eigenverantwortung

Wer über die App eine Arztkonsultation mit Medgate bucht, beantwortet erst einige Fragen, um abzuklären, ob telemedizinisch weitergeholfen werden kann. Anschliessend wird die ratsuchende Person von einem Arzt per Telefon oder Video angerufen, der bei Bedarf auch ein Rezept oder Zeugnis ausstellt. Am Telefon, per Video oder Chat wird nicht nur behandelt, sondern auch beraten, wenn es darum geht, weitere medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen. «Wir suchen zusammen mit der Patientin oder dem Patienten nach der besten Lösung. Dadurch wird die Versorgung günstiger.» In rund der Hälfte der Fälle gelinge es, das Problem telemedizinisch zu lösen.

Ausser bei der Medgate-Kids-Line, die von Pflegefachpersonen bedient wird, stehen für die telemedizinische Behandlung ausschliesslich Ärztinnen und Ärzte im Einsatz. Viele von ihnen arbeiten in einem Teilzeitpensum. «Das ist eigentlich heute die Regel. Viele von ihnen sind Mamis oder Papis, einige befinden sich in der Weiterbildung zum Facharzt», berichtet Fischer. Immer mehr Medizinstudenten setzten sich zum Ziel, Digitalarzt zu werden, weil sie erkannt hätten, dass die Zukunft digital sei.

Dass Fischer CEO eines grossen Unternehmens wurde, überraschte den heute 53-Jährigen selber. «Ich war mit Leib und Seele Chirurg und arbeitete gleichzeitig als Rega-Arzt. Dabei sah ich aus der Vogelperspektive, wie die Spitäler völlig unterschiedlich organisiert sind.» Zudem sei im Spital immer viel über die Kostenmisere im Gesundheitswesen diskutiert geworden. «Dabei sah man den Patienten mit seinem Konsum von medizinischen Leistungen als die Ursache für die Kostenentwicklung. Der Treiber ist aber die Angst, welche gekoppelt mit wenig Wissen auf Anreize und Angebote trifft. Die Folge ist, dass diese genutzt werden. Das war der Trigger, Medgate zu gründen.»

Wenn es gelinge, Patienten zu verantwortungsvollen Usern zu machen, führe das unweigerlich zu einer Kostensenkung. «Wir setzen uns für die Patienten ein, damit sie das Angebot vernünftig nutzen können. Das ist die DNA von Medgate». Tochterfirmen in Abu Dhabi, Manila und Deutschland beweisen, dass dieses Modell auch in anderen Ländern erfolgreich ist. Heute beschäftigt Medgate weltweit rund 600 Mitarbeitende.

Fünf Fragen an Andy Fischer, CEO Medgate

Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Prix SVC Nordschweiz für Ihre Firma und Sie persönlich?

Wir sind aus Basel und fühlen uns der Region verbunden. Mit dem Umfeld hängt auch unser Erfolg zusammen. Vor 20 Jahren war Telemedizin ein Sakrileg, denn man glaubte nicht daran, dass man Menschen auf Distanz behandeln kann. Wir haben vom Innovationscharakter der Region profitiert.

Was macht Ihr Unternehmen anders als andere? Wie lauten Ihre Erfolgsrezepte?

Wir setzen bewusst auf die digitale Form von medizinischer Dienstleistung, weil wir überzeugt sind, dass die Standardisierung der Telemedizin immer wichtiger wird. Wir machen eine andere Medizin und haben andere Instrumente, die es sonst noch nicht gibt. Dabei müssen wir das Gesundheitssystem von morgen denken und heute beginnen, es zu implementieren. Das schafft man nur mit intensiver Aus- und Weiterbildung. Unsere Ziele sind hohe Patientenzufriedenheit, Qualität und Kosteneffizienz. In diesen Punkten sind wir international vorne dabei.

Wie ist Ihre Firma in der Öffentlichkeit präsent? Werbung, Social Media, Public Relations oder anderes?

Aufgrund der Natur unseres Geschäfts setzen wir auf digitale Medien. Unsere Zielgruppe ist digital affin, deshalb sind wir hauptsächlich im Online- und Social-Media-Bereich präsent. Bei der Werbung müssen wir uns an die Werbeauflagen der FMH halten.

Von welchen Prinzipien lassen Sie sich als Vorgesetzter leiten?

Dass wir eine patrongeführte Firma sind, impliziert eine gewisse Struktur. Wenn ein CEO seine eigene Firma führt, geniesst er ein ganz anderes Autoritätsverhältnis – ungeachtet seiner Fähigkeiten. Mein Ansatz ist, über die persönliche Motivation zu führen, indem ich versuche, meine Ziele und Visionen zu vermitteln. Wir suchen ganz gezielt Menschen, die diese teilen. Zudem pflegen wir eine agile Unternehmenskultur. Gerade für jüngere Generationen ist das eine beliebte Arbeitsform.

Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten Ihrer Firma?

Ich denke, dass unsere Gesellschaft auch nach COVID-19 viele Servicedienstleistungen digital beziehen wird. Das wird zum neuen Normal werden. Mit den neuen technischen Möglichkeiten ist es uns immer besser möglich, remote zu diagnostizieren. Das ist eine natürliche Entwicklung.

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