Mit Upcycling zum Erfolg: das Basler Unternehmen revendo.
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Upcycling von Apple-Produkten als Erfolgsmodell

Das Basler Unternehmen revendo AG eroberte den Prix SVC Nordschweiz mit einem innovativen Konzept: Die junge Firma kauft, repariert und verkauft gebrauchte Apple-Geräte.

Den Revendo-Laden im Gundeli muss man etwas suchen, denn er befindet sich in einem Hinterhaus, nur einen Steinwurf von einem Apple Händler entfernt. An diesem Vormittag kommen und gehen viele Gerätebesitzer in den Shop, um ihr Gadget reparieren zu lassen oder gegen ein neueres einzutauschen. «Wir hatten schon in der Schule eine hohe Affinität für die neusten Geräte. Weil das Geld dazu fehlte, kauften wir gebrauchte Ware und verkauften diese dann nach einer gewissen Zeit wieder», sagt Aurel Greiner, Mitgründer von Revendo.

Er und Laurenz Ginat kennen sich von der Rudolf-Steiner-Schule in Aesch. Bereits als Schüler hatten sie begonnen, einen Handel mit gebrauchten Computern, Tablets und Handys und später Motorrädern und Autos zu betreiben. Die Hauptmotivation sei damals gewesen, das Taschengeld aufzubessern. «Mit der Zeit landeten wir bei den Apple-Produkten, weil wir merkten, dass hier der grösste Mehrwert besteht, wenn wir aktiv etwas verbessern.» Die Nachfrage sei hoch, weil jeder ein Smartphone und einen Computer brauche.

«Wir waren recht gut im Kauf und Verkauf von gebrauchten Sachen, bis wir einige Male hintergangen wurden», berichtet Laurenz. Die beiden begannen, die Schwächen dieses Systems zu erkennen. «Uns wurde klar, dass man mit dem Handel von gebrauchten Geräten Geld verdienen kann, indem man sie besser macht und dann weiterverkauft», sagt Mitgründer Laurenz. Deshalb sei nach Schulabschluss schon klar gewesen, dass sie etwas im grösseren Stil machen wollten.

Nach einer Pause, in der Laurenz die Matura absolvierte, reifte dieser Gedanke weiter. «Wir waren uns bewusst, dass die Leute die Geräte viel weniger lange nutzen als möglich. Im Schnitt wird das Smartphone nach nur 18 Monaten ersetzt», so Aurel. Der Direktverkauf sei sinnlos, denn man müsse etwas für die Aufwertung tun, wie beispielsweise Reinigung, Datenlöschung oder Akkuwechsel. Der Nachhaltigkeitsgedanke sei dabei am Anfang noch nicht an erster Stelle gestanden.

«Als sich die Firmengründung konkretisierte, wurde uns bewusst, wie sinnvoll es ist, dass sich jemand dem Upcycling annimmt.»

– Laurenz Ginat, Mitgründer von Revendo

Die revendo-Gründer Aurel Greiner und Laurenz Ginat.
Die revendo-Gründer Aurel Greiner und Laurenz Ginat.

Noch viel Luft nach oben

2013 erfolgte die Gründung. Erst waren Laurens Mackay und Aurel Greiner – damals 21 Jahre alt – dabei, später stiess der 19-jährige Laurenz Ginat dazu. Rasch merkten sie, dass sich neben dem Aufbau der Firma kein Studium absolvieren liess, denn es lief von Anfang an gut. Die junge Truppe gab alles. «Wir haben alles selber finanziert und unser erstes Jahresgehalt lag bei 12'000.»

Mit der Zeit wurden erste Mitarbeitende eingestellt und das Business wuchs rasch. Heute ist die revendo AG autorisierter Partner von Apple und beschäftigt 120 Mitarbeitende an 12 Standorten in drei Ländern. Im letzten Jahr wurden zwei Firmen übernommen, eine in Bratislava und eine in Wien. «Wenn man sich das Potential in der DACH-Region anschaut, dann könnten wir uns ohne Probleme verzwölffachen. Wir erwarten, dass wir das in den nächsten Jahren schaffen werden», rechnet Aurel vor.

Die beiden möchten für die geplante Expansion jedoch kein Franchisemodell aufziehen. «Wir wollen den Kunden das Erlebnis und den gleichen Service in allen Filialen bieten, das wäre mit Franchise schwierig, denn bei uns geht es nicht nur um den Verkauf, sondern auch um das Reparieren und Ankaufen von Geräten.»

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, sich ein Leben lang diesem Business zu widmen, antwortet Laurenz: «Als wir die Firma gründeten, dachten wir, dass wir das fünf Jahre machen. Nun sind wir immer noch dabei und sehen, dass es vorwärts geht.» Solange sich Potential zeige, mache es auch enormen Spass. «Wir haben über die Jahre einen starken Wandel durchgemacht. Hätten wir von Anfang an so viele Mitarbeitende gehabt wie heute, wären wir völlig überfordert gewesen.» Mit immer neu aufkommenden Herausforderungen werde dieses Geschäft keineswegs langweilig und könne mitunter auch ganz schön anstrengend sein, sind sich die beiden Jungunternehmer einig.

«Wenn man sich das Potential in der DACH-Region anschaut, dann könnten wir uns ohne Probleme verzwölffachen.»

– Aurel Greiner, Mitgründer von Revendo

Interview

Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Prix SVC Nordschweiz für Ihre Firma und Sie persönlich?

Aurel Greiner: Wir sehen die Teilnahme als willkommene Herausforderung und sind überzeugt, dass das, was wir machen, sehr sinnvoll ist und die Kriterien für den Prix SVC Nordschweiz erfüllt. Für uns ist es toll zu sehen, dass unser Upcycling Konzept anerkannt wird und wir nun gesehen werden.

Was macht Ihr Unternehmen anders als andere? Wie lauten Ihre Erfolgsrezepte?

Laurenz Ginat: Wir haben klein gestartet und von Anfang an darauf geachtet, so viel wie möglich Inhouse zu machen, um das Knowhow in der Firma zu behalten. Jeder Franken, den wir verdient haben, wurde reinvestiert. Damit konnten wir die Firma erfolgreich aufbauen. Wir waren uns auch nicht zu schade, hart zu arbeiten und auch mal zu hobeln und schliefen. Die ersten Filialen haben wir selber gebaut. Zudem können wir in den Läden eine ausgezeichnete Kundenberatung bieten – die Leute kommen gerne zu uns.

Wie ist Ihre Firma in der Öffentlichkeit präsent? Werbung, Social Media, Public Relations oder anderes?

Laurenz Ginat: Wir setzen auf Inbound Marketing. Wenn man uns sucht, dann findet man uns sofort und will dann hoffentlich langfristig mit uns zu tun haben. Unser Ziel war immer, dass jeder Kunde gut betreut werden soll, dadurch zufrieden ist und es dann hoffentlich weitererzählt. Wir sind auf Social-Media-Kanälen aktiv und machen zudem Werbung. Unsere Hauptzielgruppen sind 25 bis 34-Jährige, die zweite Zielgruppe ist zwischen 40 und 50.

Von welchen Prinzipien lassen Sie sich als Vorgesetzter leiten?

Aurel Greiner: Wir pflegen einen kollegialen Führungsstil und mögen es, wenn die Leute Ideen einbringen. Wir versuchen, die wichtigen Informationen zeitnah weiterzugeben und die Mitarbeitenden in alle Entscheidungen miteinzubeziehen. Trotzdem muss man eine klare Linie verfolgen. Es braucht eine gewisse Hierarchie, damit es funktioniert. Da wir dezentral organisiert sind, arbeiten wir laufend daran.

Wie beurteilen Sie die Zukunftsaussichten Ihrer Firma?

Aurel Greiner: Die beurteilen wir als sehr hoch, denn es ist nicht absehbar, dass sich das Konsumverhalten gross verändern wird. Dass die Geräte eher teurer werden, spielt uns in die Hände. Mittlerweile ist bekannt, dass die seltenen Erden, die in jedem Gerät sind, problematisch sind. Mit unserem Konzept können wir unterstreichen, wie wichtig es ist, ein Gerät so lange wie möglich zu benutzen.

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